SELBST Coaching – Schnupperwoche 3

Die dritte Woche steht vor der Tür

Heute beginnen wir mit einer Audiodatei:

 

Sprich mit Dir, Du tust es sowieso!

Wenn Du daran denkst, dass Du der Mensch bist, mit dem Du am meisten Zeit verbringst, dann könntest Du auch darüber nachdenken, wie Du gerne möchtest, dass Du mit Dir umgehst. Welchen Ton Du erwartest, was Dir gut tut und was nicht.

Wir führen ständig innere Dialoge, das machen wir ganz automatisch, deshalb fällt es uns gar nicht mehr auf. Vielleicht ist es Dir am Anfang der Audiodatei passiert, dass Du Dich abgewertet gefühlt hast, eventuell hast Du sofort als Du das gehört hast, eine innere Distanz zu mir aufgebaut, vielleicht auch ein schlechtes Gewissen bekommen, Dich schuldig gefühlt, oder Du bist zornig geworden, im Sinne von „Was soll denn das jetzt?“

In jedem Fall war das ein Beispiel, wie weder Du noch sonst jemand mit Dir umgehen sollte und damit meine ich nicht, dass Kritik keinen Platz finden darf. Dass alles schön geredet werden muss. Ganz sicher nicht! Kritik ist möglich und oft auch hilfreich. Abwertung schafft nur schlechte Gefühle, manchmal auch Verletzung  und Widerstand.

Aus der Praxis … 

Ich erinnere mich an eine Klientin, die sich ständig klein und frech redete. Sie war freundlich, belesen, hatte studiert und war wirklich eine sehr sympathische, humorvolle Frau. Zu anderen war sie zuvorkommend und offen. Zu sich selbst war sie streng und abwertend. Sie nannte sich Klugscheisserin, wenn sie etwas wusste, was andere nicht wussten. Versteckte sich mit ihrem Wissen und ihrem grossen Erfahrungsschatz hinter der Kasse eines kleinen Kinos. Hatte Angst, andere würden sie als überheblich, sich einmischend, klugscheisserisch empfinden. Das hätte sie sehr verletzt. Sie wollte doch nur dazugehören, gemocht werden. Sich mal zeigen dürfen.

Lebenslange Muster?

Als einzige von 4 Kindern hatte sie damals das Gymnasium abgeschlossen und war sogar neben ihrem Job studieren gegangen. Die Familie wertete grundsätzlich alle „Studierten“ ab. Das seien nur Fachtrottel, die sich profilieren wollten. Mit solchen Typen, die am hohen Ross sitzen, wollte die Familie nichts zu tun haben.

Für die Klientin war es im Laufe ihres Prozesses wichtig, zu verstehen, wie es zu ihren Denk-, Fühl- und Verhaltensmustern kam und auch zu verstehen, dass es ganz schön weh tat, sich niemals zeigen zu können in ihrer Familie, mit allem was sie wusste, konnte und gelernt hatte. Niemals dafür Anerkennung bekam. Denn: Fachtrottel wollte niemand haben.

Das sollte doch nun vorbei sein! Von ihren Eltern konnte sie es nicht mehr erwarten, aber dann doch bitte von sich selbst. Denn hey, sie hatte soviel erreicht, gelernt, geschafft, sogar neben dem Studium gearbeitet und all das sollte nicht versteckt bleiben.

Glorienschein?

Sei nicht übertrieben, in dem, wie Du Dich siehst, mach Dich andererseits auch nicht kleiner als Du bist. Finde Dein Mass auf dem Zollstock für „Das bin ich“. Wusstest Du, dass die eigenen Zollstöcke mit denen der anderen Menschen nicht vergleichbar sind? Bleib bei Dir! Bleib Dir treu und sei dabei ganz realistisch. Wir sind alle nicht perfekt, das macht uns aber nicht zu Versagern!

Keine SCHWARZ-WEISS Malerei

Verabschiede Dich nach und nach von dem ENTWEDER-ODER-Denken. Von dem SCHWARZ-WEISS. Das zerreisst Dich innerlich. Versuche immer wieder, in einen SOWOHL-ALS-AUCH-Modus zu wechseln. Keine Fakten aus Geschehnissen machen, sondern hinterfragen und realistisch hinschauen.

Im Falle meiner Klientin hat das bedeutet:

 

VON

ENTWEDER: Wenn ich mich mit meinem Wissen zeige, bin ich ein Klugscheisser, den keiner haben möchte. ODER: Alle müssen mein Wissen toll finden und lieben mich dafür. Ich muss fehlerlos sein.

ZU

SOWOHL: Ich habe mir viel Wissen erarbeitet, manchmal setze ich es ein. Manchmal nicht. ALS AUCH: Meine Familie kann damit nicht gut umgehen. Mir fällt es im  Moment noch schwer, mich  dort so zu zeigen, wie ich bin. UND AUSSERDEM: Bei meinen Freunden ist das anders. Da werde ich dafür geschätzt, dass ….

Werde weicher mit Dir, versöhnlicher, werde, was Du bist! Vergrössere Deine Sicht auf die Dinge. Was ist da noch, ausser dieses leidige Muster von entweder-oder? Was kannst Du erkennen, spüren, bemerken?

Deine heutigen Arbeitsblätter helfen Dir dabei.

Mehr SOWOHL-ALS-AUCH

 

Viel Vergnügen beim Dich Entdecken!
Bis nächste Woche

Franziska Müller