Wenn zwei sich streiten

Nehmen Sie sich kein Beispiel, aber lachen Sie gerne herzlich über LORIOTs „Das Ei ist hart“


Heutiges Thema: Wenn zwei sich streiten …

 

Offene Zahnpastatube? Bartstoppeln im Waschbecken? Lange Haare in der Dusche? Ein „Du hörst mir nie zu!“ oder ein „Immer weisst Du alles besser!“?

Langanhaltende ungelöste Konflikte erzeugen Stress und können uns auf Dauer krank machen.

Deshalb ist es wichtig, Konflikte rechtzeitig zu erkennen und konstruktive Lösungsansätze anzuwenden, um wieder eine Situation herstellen zu können, die für alle beteiligten in Ordnung ist.

Was ist eigentlich ein Konflikt? 
Wenn Meinungen, Bedürfnisse, Interessen, Ansichten oder Wünsche zweier oder mehrerer Personen auseinandergehen, sprechen wir von einem Konflikt. Konflikte gibt es im privaten, familiären, freundschaftlichen, wie auch im beruflichen Alltag. Sie gehören also zu unserem Leben dazu. Das haben Sie sicher auch schon bemerkt … 🙂

Diese Spannungen  sind oft ganz schön unangenehm und auf den ersten Blick ein Zustand, den jeder rasch beseitigen will. Auf den zweiten Blick schaffen Konflikte auch immer die Chance, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, und den „vermeintlich feindlich“ anderen besser zu verstehen und akzeptieren zu lernen, oder eben auch selbst verstanden und akzeptiert zu werden.

Aber wie soll das funktionieren? 

Welche Strategie ist zielführend, fair und orientiert sich an den Interessen jedes einzelnen? Welche Strategie habe ich bislang ausprobiert? Was kann ich ändern, oder neu anwenden? Mit der richtigen Strategie werden Sie dem nächsten Konflikt gelassen entgegenblicken!   Vielleicht auch erst dem übernächsten. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen 🙂

Zuerst: Eingene Strategien anerkennen

Unser Verhalten in Konfliktsituationen ist nicht unveränderbar, jedoch in der Regel schon sehr früh erlernt. Wir reagieren fast automatisch und unbewusst. Der erste Schritt in eine gesunde Konfliktstreategie ist, zu bemerken, welche Strategie im Moment vorhanden ist. Verurteilen Sie sich nicht dafür, nehmen Sie erstmal einfach wahr, welche der fogenden Strategien eher auf Sie zutrifft.

Passives oder aggressives Verhalten als Konfliktlösung?

Verhalten Sie sich bei Ihrer Suche nach einer Lösung eher passiv, brechen Sie vielleicht in Tränen aus, hoffen, dass der andere Sie tröstend in den Arm nimmt. Reagieren möglicherweise beleidigt und verletzt? Eventuell haben Sie das Gefühl, immer schuld zu sein, verteidigen sich gegen ständig gefühlte Vorwürfe. Vielleicht warten Sie auch ab, bis das Gröbste vorbei ist und passen sich dem anderen dann harmoniesuchend wieder an.

Oder leben Sie Ihre Konfliktlösung in einer aggressiven Strategie aus und setzen sich laut zur Wehr. Vielleicht auch manchmal sehr laut? Dem anderen ordentlich die Meinung sagen. Sich uneinsichtig und rechthaberisch verhalten. Manchmal auch mit schlimmen Konsequenzen drohen (Dann verlasse ich Dich! Du wirst schon sehen wo das hinführt). Das Gegenüber unter Druck setzen und in einigen Fällen sogar Gewalt anwenden – verbal oder körperlich , um sich nicht unterlegen und hilflos fühlen zu müssen.

Beide Varianten tun Ihnen und auch Ihrer Beziehung nicht gut. Beide Strategien sind motiviert von der Bedrohung, die vom anderen ausgeht. Es geht nur darum, sich zu schützen und den anderen abzuwehren. Dabei gibt es wenig Verständnis für den anderen und wenig Suche nach gemeinsamen Lösungen.

So bewegen Sie sich kein Stück auf den anderen zu und bekommen nicht, was Sie möchten. Sie werden nicht gehört, nicht gesehen, nicht verstanden. Am Ende vielleicht sogar verletzt.

Schöner Schaden 🙁 Und ausserdem: Lösungen, die durch solche Streitmethoden erwirkt werden, fühlen sich für die Betroffenen nie richtig und gut an, auch nicht für den vermeintlichen „Gewinner“.

Und jetzt?

Eines vorweg: Lösungsversuche und seien sie noch so destruktiv – ob aggressiv oder passiv – sind Versuche, eine aus den Fugen geratene Situation wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wir streben immer danach, wieder Ordnung herzustellen. Das liegt in unserer Natur. In geordneten, sicheren Verhältnissen fühlen wir uns wohl.

Insofern ist auch ein destruktiver Versuch ein Zeichen für den Willen, einen Konflikt zu lösen. Vielleicht ist das Mittel der Wahl noch nicht gefunden, vielleicht sind die Fronten schon sehr verhärtet. Der Wunsch nach einer sicheren Beziehung bleibt. Und je wichtiger unser Bedürfnis, unser Wunsch dahinter ist, desto mehr streben wir eine Lösung an. Mit allen Mitteln, die uns in dem Moment zur Verfügung stehen. Auch wenn es sich um die oben beschriebenen, ungesunden Strategien handelt.

Möchten Sie mal was Neues ausprobieren?
So kanns gelingen!


– Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, holen Sie nicht aus und bleiben Sie bei der Wahrheit.
– Interessieren Sie sich für den anderen, indem Sie Ihrem Gegenüber wirklich zuhören
– Fragen Sie aktiv auch mal nach, sodass der andere sich verstanden und angenommen fühlt und Sie nichts falsch verstehen
– Melden Sie Ihrem Gegenüber zurück, was Sie verstanden haben, um Missverständnisse zu vermeiden
– Bleiben Sie bei allem offen und realistisch, bitte keine Dramaszenarien
– Vermeiden Sie Übertreibungen, oder Verallgemeinerungen wie IMMER und NIE
– Formulieren Sie Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Ziele klar und deutlich
– Fassen Sie sich kurz, kommen Sie auf den Punkt
– Ziehen Sie andere nicht hinzu, im Sinne von: das sagen auch andere über Dich
– Bleiben Sie respektvoll, verstehend und akzeptieren, so vermeiden Sie Verletzungen

Übrigens: Diese Kommunikationstipps sollten Sie nicht nur in Konfliktsituationen anwenden, sondern ganz einfach und selbstverständlich in den Alltag einbauen, so können viele Konflikte vermieden werden, bevor sie entstehen.

Viel Erfolg dabei, und: Bleiben Sie versöhnlich
Ihre Franziska Müller


Möchten Sie keinen Beitrag versäumen?
Dann freuen wir uns, wenn Sie den gesunden Freitag-BLOG abonnieren 🙂
Herzlichen Dank!