Ich kann es nicht mehr hören

Ich kann es nicht mehr hören –
oder was wirklich hift, eine Krise durchzustehen

Geht es Dir auch so? Kannst Du die gutgemeinten Ratschläge, wenn es Dir wirklich schlecht geht, auch nicht mehr hören?

Das Bingo meiner Lieblingssprüche:

Wenn eine Tür zugeht, geht eine neue auf …
In jeder Krise steckt eine Chance …
In jedem Schlechten steckt auch was Gutes …
Jeder bekommt das Schicksal, das er braucht …
Think positiv …
Schau nach vorn …

Nein, DANKE! Oder auch: Danke, aber NEIN!

 

Denn ich erinnere mich, es war überhaupt nichts Gutes daran, dass mich mein Partner verlassen hat und nein, ich konnte mich nicht darüber freuen, dass ich diesen A… endlich los war. Und dass mir die Türe vor der Nase zuging durch die ich so sehnsüchtig gehen wollte, das hab ich auch nicht einfach so weg gesteckt und gewartet, bis die nächste auf ging. Es interessiert mich in der Regel auch wirklich einen feuchten Dreck, dass in jeder Krise eine Chance stecken soll, wenn ICH gerade IN der Krise stecke.

Kurz gesagt: Ich mag das Schönreden von Schlechtem nicht. Denn es ist nichts Gutes an etwas Schlechtem, sonst würde es ja „Gutes in Schlechtem“ heissen und nicht Schlechtes. Ich mag nichts Scharfes und nichts Bitteres. Ich esse keine Artischocken und ich möchte keine Achterbahn fahren. Danke, es gibt Dinge, die brauche ich nicht, auch nicht die Erfahrung, die ich machen könnte.

Das einzig sinnvolle und hilfreiche in Krisenzeiten ist, sie zu nehmen, weil sie da sind. Je eher wir sie akzeptieren, umso schneller werden wir sie überwunden haben. Je mehr wir sie versuchen zu verdrängen, umso heftiger und länger werden sie immer wieder an unsere Tür klopfen.

„Wenn Du etwas KLEIN machen willst, dann mach es GROSS,
und wenn Du etwas GROSS machen willst, dann halt es KLEIN.“

TIPPS, wie Du Krisenzeiten überstehst:

Steh zu all Deinen Gefühlen – ja, gönn sie Dir!
Kaufe viele Taschentücher, heule und rotze sie voll. Hast Du einen Freund, oder eine Freundin, die Dir beistehen? Dann besorge noch mehr Taschentücher.
Sei traurig, schrei Dir Deine besch… Wut aus dem Bauch. Schreib Wutbriefe, die Du niemals abschickst. Vielleicht zerreisst und verbrennst.
Gib Dich der Enttäuschung hin, die Du in Dir spürst. Lass ihr ein bisschen Raum in Deinem Herzen, sie wird es sich nicht gemütlich machen, jedenfalls nicht für immer – versprochen.

Und irgendwann, ja irgendwann – nur Du weisst, wann der Zeitpunkt reif ist, dann lass all die leidigen und schweren Gefühle auch wieder gehen. Heb Deinen Kopf und atme tief durch. Hol Dir das Leben zurück. Geh weiter und bleib nicht auf den Scherben stehen.

Krisen sind Durchreisende in unserem Leben. Das ist sicher. Sie bleiben nicht für immer und wir mögen sie auch nicht. Nimm sie auf, lass sie eine Weile bleiben. Vielleicht fütterst Du sie sogar und dann lass sie wieder weiterziehen. Und wenn das alles so passiert, wie Du es möchtest, dann und nur dann kann es sein, dass jede Krise auch noch eine hilfreiche Chance beim Abschiednehmen für Dich bereit hält.

Also: Sei bereit! Fürs Einigeln und fürs Aufbäumen – Jederzeit!

Andreas Bourani bringts mit viel Gefühl auf den Punkt:

Deine
Franziska Müller


Möchten Sie keinen Beitrag versäumen?
Dann freuen wir uns, wenn Sie den gesunden Freitag-BLOG abonnieren 🙂
Herzlichen Dank!


2 Gedanken zu „Ich kann es nicht mehr hören&8220;

  1. Liebe Franziska

    Du sprichst mir mit deinem Artikel aus dem Herzen. In unserer Gesellschaft sind wir dazu angehalten, immer zu funktionieren. Krisen haben da keinen Platz. Doch sie gehören genauso zum Leben dazu und lassen sich nicht mit einem lockeren Spruch wegzaubern. Das einzige, das nämlich wirklich hilft, ist auch den Krisengefühlen Raum zu geben.

    Anna Meißner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.